Eistauchen im Hohendeicher See:

Das Tauchen als solches fordert schon einen großen Aufwand, aber das Eis-tauchen noch viel mehr.
Die Knurrhähne hatten den Entschluß gefasst, sobald die Eisdecke dick genug ist, gehen wir ins Wasser. Am 29. Januar 2006 um 9:00 Uhr morgens war es dann soweit. Am Hohendeicher See (Oortkaten) sollte es losgehen. Die Neugier auf meine eigenen Grenzen und die der Mitstreiter bewegten uns, auch dieses Mal wieder die Unterwasserwelt zu besuchen. Bislang habe ich so etwas noch nie gemacht.
Die Ausrüstung wird kontrolliert und noch einmal kontrolliert. Die Sicherheitsleinenführer stehen bereit und dann geht's los. Die Eisdecke muß schließlich erst einmal durchbrochen bzw. durchgesägt werden. Also Motorsäge anreißen und los, nicht ein Loch ,nicht zwei Löcher nein drei Löcher waren am Schluß im Eis. Die ca. 16 cm dicken Eisplatten mußten ja auch wieder in die Löcher zurückgeschoben werden. Glauben Sie mir, diese ist gar nicht so einfach,wenn einem die Platte mit zu viel Schwung zu weit unters Eis gerät!!!!!
Unser Treiben blieb auch nicht unbemerkt. Schon waren weitere Vereinsmitglieder und Freunde, sowie Schlittschuhläufer, Skilanglaufläufer und Spaziergänger auf die Eisfläche gekommen, um an dem Treiben teilzunehmen. Als wir unter Wasser waren, so erzählte man mir später, liefen die vielen Menschen auf einmal wie scheu gewordene Hühner auseinander! Der Grund dafür war wohl ich , denn auf dem Weg zum zweiten Loch, stieß ich einmal unter die Eisdecke, was sich durch ein lautes Knacken bemerkbar machte. Man hatte plötzlich Angst bekommen, die Zuschauer wollten eben nicht ins Wasser. Hier war das Loch eben noch nicht!!!!
Unterm Eis ist es noch ruhiger als sonst und die meisten Fische und Krebse verstecken sich im Sand. Daher kann ich leider heute nicht mein beliebtes "Fischestupsen" durchführen. Alles eben zu seiner Zeit. Mann kann nur den sich unter der Eisdecke sammelnden Luftblasen zuschauen, wie sie versuchen an die Oberfläche zu gelangen. Ich hoffe wir müssen nicht wieder 15 bis 20 Jahre warten, um dieses Vergnügen wieder zu erleben. Zwischenzeitlich werde ich noch an einer Fortbildung teilnehmen. Motto: Wie ich, vor allem auch bei fühlbaren Minusgraden, Würstchen erhitze.
Zum Schluss möchte ich nicht versäumen, allen meinen Dank auszusprechen, die dieses Erlebnis möglich gemacht haben.

Gut Luft und bis demnächst, Lars Giercke

Bilder gibt es hier.

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