Eine abenteuerliche Reise zu den kapverdischen Inseln (eine ehemalige portugiesische Kolonie) liegt hinter mir.
Gleich den nächsten Tag ging es unter vollen Segeln nach Boavista, wo wir uns auf einem Inselausflug u.a. ein Bild von der örtlichen Tauchbasis machen konnen,
ein gestrandetes Schiffswrack besicht haben, um danach in einer riesigen Sanddüne zu picknicken.
Die sehr schönen Riffe an der Südküste konnten wir leider aufgrund der Dünung nicht betauchen.
Tauch-und Segelexpedition zu den Kapverden!
Die Anreise über München nach Sal war nicht länger als ein vergleichbarer Flug nach Hurgada.
Überhaupt: in Sal angekommen, war der erste Gedanke, daß sich der Flieger verflogen habe, denn Sand und Bauruinen erinnerten an Ägypten.
Moment mal: Kap Verden, daß war doch das Surferparadies mit viel Wind, meterhohen Wellen viel Strömung und schlechter Sicht: kann man da tauchen?
Man kann, wie wir gleich am 2. Tag der Reise erfahren haben. Die Tauchplätze auf Sal, an einer Riffkannte in 18-22m Tiefe gelegen,
bestachen durch sehr viel Fisch, gute Sicht, und mäßige Strömung.
Unser Schiff, die Sir Robert Baden Powell, ein Topsegelschoner mit Tauchbasis an Board brachte uns dann weiter mit Hilfe des kräftigen Passatwindes unter Segeln nach Santiago,
wo Mantas an atemberaubenden Dropp-Offs, welche nit einer noch nie gesehenen Kombination aus schwarzen Korallen und gelben Kelchkorallen bewachsen waren.
Weitere Etappen der Reise waren Fogo mit seinem aktiven Vulkan (letzter Ausbruch 1096), und Brava, wo wir leider
die jährliche Algenblüte (nach Auskunft eines einheimischen Fischers dauert dies ca. 5 Tage)
so exakt abgepaßt haben, daß die Sicht auf unteres Ostseeniveau herabgesetzt war. Das tat allerdings den Tauchplätzen keinen Abbruch.
Nacktschnecken, roteatlantische Riffhummer, riesige Schildkröten, Langusten, Bärenkrebse, Drachenköpfe, Spalten mit Zylinderrosen und Fächerkorallen,
Doktorfischschwärme mit einer unglaublichen Anzahl von Individuen, Wahoos, und immer wieder überwältigende Steilwände ließen keine lange Weile aufkommen.
Da diese Riffe zu anderen Zeiten im Jahr sehr gute Sichtweiten aufweisen sollen, sollen dann auch Großfischbegegnungen fast garantiert sein. So musten wir uns mit einem Hammerhai
auf Fogo zufrieden geben. Ach ja, beinahe hätte unser Guide noch einen Pottwahl über den Haufen gefahren, wie er uns mit strahlenden Augen berichtete, als er mit dem Dingi zurück kam.
Ein Besuch der Stadt Praia und ein nicht ganz alltäglicher Flug mit einer Propellermaschine von Praia nach Sal rundeten das Abenteuer ab.
Fazit: Die Kapverden haben es mir angetan. Wenn im August das Wasser angenehm warm, der Ozean glatt, und die Sichtweiten gut sind, müssen die KapVerden überwältigend sein.
Was fehlt, ist ein passender guter und zuverlässiger Tauchsafari Anbieter, denn die lokalen Tauchbasen sind fragwürdig (jeder möge sich ein eigenes Bild z.B. aus dem Internet machen).
Die Witte Bank wird wohl, so wie sie im Hafen von Praia vor sich hin rostet, nie wieder in See stechen.
Wenn die Sir Robert soll vielleicht im November wieder in diese Gewässer vorstoßen wird, dann ist sie dafür sicherlich bestens geeignet(einigermaßen seefest sollte man allerdings schon sein)!
Die KapVerden sind, wegen der Wellen, der Strömung, und der z.T. doch sehr tiefen Tauchplätze, mit Sicherheit kein Reiseziel für Anfänger, aber die Kombination aus Karibik,
Nordatlantik, Mittelmehr, sowie pelagischen Arten machen sie zu einer Tauchdestination, welche es problemlos mit weit bekannteren Orten aufnehmen kann.
Bilder von diesem atemberaubenen Abendteuer gibt es hier.